vom geheimen Leben der Dinge

Masterprojekt

Wir sind heute von neuen, digitalen Objekten umgeben. Doch auch die Dinge, die wir zu kennen glauben haben sich verändert. Elektronische Dinge beginnen mit uns und untereinander zu kommunizieren, verändern unseren Alltag und unser Handeln radikal und nachhaltig.
»Vom geheimen Leben der Dinge« ist eine Serie von experimentellen Prototypen, die die heute allgegenwärtigen neuen und digitalen Dinge unseres Alltags untersuchen. Die Objekte wirken nicht spektakulär oder neu, an jedem kann man etwas wiedererkennen. Grundlage sind altbekannte Dinge, die jeder aus seinem Alltag kennt. Sie greifen Eigenschaften der neuen Dinge auf, die leicht im Spektakel der Digitalisierung unbeachtet untergehen. Die neuen Dinge beginnen autonom zu handeln und Entscheidungen zu treffen – Eigenschaften, die wir bisher nur von lebendigen Wesen kannten.
Die Namen der Objekte sind der antiken Mythologie und Sagenwelt entlehnt, in der unerklärliche Ereignisse und Phänomene durch Götter und Geister erklärt wurden. Dieser Bezug schafft eine Analogie, die weit entfernt von technischen Details einen neuen Blickwinkel auf die Objekte schafft.
Die Objekte sollen dazu anregen, einen unaufgeregten und bewussteren Blick auf das geheime Leben der Dinge zu richten, die uns täglich umgeben.

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Pythia

Pythia war die Priesterin des Orakels von Delphi. Sie stand in Verbindung mit dem Gott Apollon und beantwortete die Fragen der Ratsuchenden.
Pythia ist ein Taschenrechner der nicht rechnet. Er steht in Verbindung mit dem Internet, die eingegebene Aufgabe wird an einen Server geschickt und dort gelöst. Die zurückerhaltene Antwort wird angezeigt.

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Plutos

Plutos war Personifikation der Reichtümer die aus der Erde kommen. Er was von Zeus geblendet worden und verteilte seine Gaben wahllos, den Reichtum erhielten nicht immer die, die ihn verdienten.
Plutos ist eine Mehrfachsteckdose, die den Kurs des DAX verfolgt. Ist die Kursänderung seit Börsenbeginn negativ, sind beide Steckplätze ausgeschaltet. Bei einem Gewinn bis 1% ist ein Steckplatz eingeschaltet, bei über 1% beide.

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Pyramus & Thisbe

Pyramus und Thisbe waren der Sage nach ein Liebespaar im antiken Babylon. Da ihre Eltern verfeindet waren, mussten sie ihre Beziehung geheim halten und konnten nur heimlich miteinander sprechen.
Pyramus und Thisbe sind zwei Telefonhörer, die keinen Nutzer benötigen. Sie existieren autonom und sprechen miteinander wenn sie nebeneinander liegen. Sie verstummen wenn man sie trennt.

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Lar

Laren waren Schutzgeister bestimmter Familien und Orte. Sie wurden im Lararium, einem Schrein im Haus, verehrt.
Der Bildschirm einer Gegensprechanlage wird zum Lararium. Der Lar ermittelt die flüchtige IP-Adresse über die die Wohnung aktuell aus dem Internet erreichbar ist. Er ersetzt damit das statische »Home sweet Home«-Stickbild.

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Kairos

Kairos war Gott des günstigsten Zeitpunkts einer Entscheidung. In der von Heldentaten geprägten Mythologie findet man selten das Motiv des Rückzugs. Manchmal jedoch weigerten sich Helden einem Ruf zu folgen wenn es die richtige Entscheidung war.
Kairos scheint ein professionelles Gerät mit ernst zu nehmendem Zweck zu sein. Jede Aufforderung wird jedoch nach kurzer Überlegung mit einem höflichen aber bestimmten »I would prefer not to« zurückgewiesen. Die Funktion und Motivation von Kairos bleibt im Dunkeln.

on the secret life of things

Today we are surrounded by new, digital objects. But the things we thought we know somehow changed. Electronic things start to communicate with us and each other, they radically change our everyday life and actions.
»on the secret Life of Things« is a series of experimental prototypes that explore the new and ubiquitous things of daily life. The objects don’t look spectacular or new, one seems to recognize something in each one of them. They were created on the basis of well-known things everybody knows from their life. They pick up properties of the new things that easily disappear in the rumpus of digitalization. The new things start to act and make decisions autonomously – a behavior we previously knew only from living beings.
The names of the objects are borrowed from classical myths and legends, where inexplicable events and phenomenons were explained with gods and spirits. This reference establishes an analogy, that is far away from technical details and creates a new perspective onto the objects.
The objects shall animate to notice and observe the secret life of the things that surround us every day in an unexcited and conscious way.

Pythia

Pythia was the priest of the oracle of delphi. She contacted the god Apollon and answered the questions of consulters that seeked advice.
Pythia is a calculator that doesn't calculate. It is connected to the internet, the entered task is sent to a server that solves the equation. The device just displays the received answer.

Plutos

Plutos was the personification of the resources that come from the earth. He was blinded by Zeus and distributed his gifts randomly, those who received the wealth were not always the ones who deserved it.
Plutos is a power strip that tracks the german stock index DAX. At a negative change both outlets are switched off. Up to a growth of 1% one outlet is switched on, at more than 1% both of them.

Pyramus & Thisbe
According to a saga Pyramus and Thisbe were lovers in the ancient Babylon. Their parents were at enmity with each other so they had conceal their relationship and could only communicate secretly.
Pyramus and Thisbe are two telephone receivers that don't need a user. They exist autonomously and talk to each other while they lay side by side. They fall silent when separated from each other.

Lar

Lares were spirits of certain families or places. They were worshipped in a domestic shrine, the Lararium.
The monitor of an intercom is repurposed as a Lararium. The Lar determines the volatile IP address by which the home is reachable from the internet at present. It replaces the static »home sweet home« embroidery.

Kairos

Kairos was the god of the opportune moment for a decision. Mythology is dominated by heroic deeds and the motif of withdrawal is rare. But sometimes heroes refused a call then it was the right thing to do.
Kairos seems to be a professional device with a serious purpose. But after brief consideration every request is refused with a polite but assertive »I would prefer not to«. The purpose and motivation of Kairos remains unknown.


vom geheimen Leben der Dinge
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