digitale Authentizität

Bachelorprojekt

3D-Drucker sind heute omnipräsent. Meist werden damit aber nur Objekte gedruckt die es bereits gibt und das Material einfach in eine beliebige Form gezwungen. Das erinnert an das Aufkommen neuer Technologien in der Geschichte. Mit der Verfügbarkeit von Gusseisen Ende des 19. Jahrhunderts begannen Architekten das Material zu nutzen, die schlanken Säulen jedoch mit Stein zu verkleiden. Es dauerte, bis sich ein neuer Stil entwickelte, in dem die Potentiale des Materials genutzt wurden um luftige Hallen aus Eisen und Glas zu bauen. Im 20. Jahrhundert wurde mit den ersten Kunststoffen Horn und Schildpatt imitiert, es dauerte wieder Jahrzehnte, bis Produkte kühn ihre Materialität in leuchtenden Farben zeigen.
Dies ist der Versuch ein traditionelles Material mit einem neuen Prozess authentisch zu verbinden. Die entstandenen Artefakte faszinieren da sie weder gänzlich maschinell noch handwerklich hergestellt wirken.

Kann eine Maschine Authentisches schaffen? Gibt es eine Grenze zwischen analog und digital? Gibt es digitale Unvorhersagbarkeit? Was ist der Zweck eines Dings? Was ist ein Original, was eine Kopie?
Begleitend entstanden Texte, die sich mit Themen und Fragen, die während der Arbeit am praktischen Teil aufkamen beschäftigen. Die ersten Notizen zu diesem Buch waren scheinbar unabhängige Fragmente, die aus ursprünglich nur logistischen Gründen zu Themenkomplexen gruppiert wurden. Die Vielheiten fest in ein einziges Buch einzubinden wäre kontraproduktiv und würde den Abschnitten eine ungewollte Hierarchie und Reihenfolge aufzwingen.
So entstand statt einem singulären Buch eine Sammlung von Heften, alle unabhängig und doch völlig abhängig voneinander. Jeder Teil kann neben jeden anderen gelegt und direkt miteinander verbunden werden. Auf dem Umschlag tragen die Hefte Querverweise zu anderen Heften. Diesen kann, aber muss man nicht folgen. Textabschnitte wechseln sich mit Bildern ab, Fotografien von Objekten aus dem praktischen Teil des Projektes. Das Ganze wird eingerahmt von einem Keramikschuber, entstanden im Machen – das praktische Experiment, das auch den Rahmen für die Texte darstellt. Das rote Heft ist die Einführung, von hier an kann der Leser selbst entscheiden welchen Weg er geht. Es gibt keine Vorschriften, man darf überall anfangen, aufhören und auslassen.

digital authenticity

Today 3D printers are omnipresent. But most of the time they are used to print objects that already exist and to force any material into any shape. That reminds of the arrival of new technologies in the past. When it became possible to build with cast iron in the end of the 19th century the architects hid the thin iron columns in a stone shell. It took a while until the new potentials of the material were used to build airy hall from iron and glass in a genuine new style. In the 20th century the first plastics were used to imitate natural horn and it took decades before products showed their plasticnes in bright colors.
This work tries to explore how to combine an analog material with this new process in an authentic way. The resulting artifacts fascinate because they neither feel completely handmade nor machinemade.

Can a machine make authentic things? Is there a border between analog and digital? Does digital unpredictability exist? That is the purpose of a thing? What is an original, what is a copy?
The hands-on work is accompanied by some texts that deal with topics and questions that emerged from the practical experiments. The first notes were seemingly independent fragments that were grouped just for logistic reasons in the first place. To force these multeities into one single book would be counterproductive and would impose an unwanted order and hierarchy to the chapters.
So the result is a collection of booklets that are independent and yet completely dependent on each other. Every chapter can be placed next to any other. The booklets have cross references to the others on their cover which can be obeyed or not. The text is accompanied by photographs of objects from the hands-on part of the projects. The whole book is framed by a ceramic slipcase from the experimental process. The red booklet is the introduction from which the reader can decide which way to go. There are no rules, one can start, stop or skip at any point.


digitale Authentizität
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